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20 décembre 2006
Kastenmenschen.
Heute saßen zwei Mädchen am Bahnhof. Auf den mittleren Plätzen einer Vierersitzreihe,metallene Bank. Ihre Rucksäcke auf den Knien, es ist kalt.
Ich konnte hören, wie sie sich unterhielten; die Themen flatterten vorbei wie Blätter von einem Stapel wenn man das Fenster offen gelassen hat...
Durchzogen von immer längeren Pausen, anders als die, die entstehen wenn man sich mit jemandem unterhält, den man noch nicht sehr lange kennt- woran man merkte, dass sie einander vertraut waren-
gelangten sie irgendwanneinmal zu dem Thema Menschen in Kästen.
Würdest du, wenn du könntest, Menschen in kleine Boxen stellen, um eine Weile ganz frei von ihnen zu leben? Das ist nicht böse gemeint. Kannst du? Ich kann. sagte die eine.
...ja, ich kann auch. , antwortete das Mädchen links von ihr.
Ich dachte nach. Ja, auch mir würden ein paar einfallen, von denen ich gern Urlaub nehmen würde- besser: sie in den Urlaub schicken. Mitunter auch Freunde.
Das ließ mich zu dem Schluss kommen, dass das nicht einmal etwas Negatives sein muss, so ein bisschen Ruhe und Erholung von jemandem.
Toll wäre es schon... denke ich bei mir.
Ich habe vergessen, weiter zuzuhören. Als ich wieder aufschaue, sehe ich die beiden in Richtung Gleise rennen.
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19 décembre 2006
Ein Augenblick
Wir haben eine neue Uhr.
Nachdem unsere alte stehen geblieben ist und sich weder durch Gewalt noch Fluchen noch neue Batterien noch heimliches Gutzureden reparieren ließ und Bekanntschaft mit dem Mülleimer machen musste, wurde es Zeit für eine neue.
Das war für uns alle nicht sehr leicht. Wie meine Mutter mir gerührt erzählte, erwarb sie unsere schwarze Quartzuhr mit goldenen Zeigern aber dafür ohne Ziffern in der Zeit kurz vor meiner Geburt in einem Kurort. Ich nehme an, wäre meine Erzeugerin damals nicht bis oben hin gefüllt mit Muttergefühlen gewesen, hätten wir wohl schon längst eine neue Uhr gekauft, auf der auch ungeübte Augen erkennen, ob es 4 oder 5; 7 oder 8 Uhr ist. Die neue sieht ihr garnicht mal so unähnlich. Auch schwarz, auch Quartz, aber mit Ziffern und silbernen Zeigern und, meiner Meinung nach, unerträglich laut.
Bei jedem Blick auf "das neue Ding" zucke ich innerlich leicht zusammen; jedes "tick" verärgert mich. Jetzt schon sehe ich mich in einer Nachtundnebelaktion in einem schwarzen Rolli und Hose und rutschfesten(!) Socken auf einen Stuhl klettern um sie mysteriöserweise verschwinden zu lassen. Vielleicht im Fluss versenken oder so.
Wir haben eine neue Uhr. Ich mag sie nicht.
17:33 Publié dans Aus dem Fenster geschaut | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note