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19 décembre 2006
Ein Augenblick
Wir haben eine neue Uhr.
Nachdem unsere alte stehen geblieben ist und sich weder durch Gewalt noch Fluchen noch neue Batterien noch heimliches Gutzureden reparieren ließ und Bekanntschaft mit dem Mülleimer machen musste, wurde es Zeit für eine neue.
Das war für uns alle nicht sehr leicht. Wie meine Mutter mir gerührt erzählte, erwarb sie unsere schwarze Quartzuhr mit goldenen Zeigern aber dafür ohne Ziffern in der Zeit kurz vor meiner Geburt in einem Kurort. Ich nehme an, wäre meine Erzeugerin damals nicht bis oben hin gefüllt mit Muttergefühlen gewesen, hätten wir wohl schon längst eine neue Uhr gekauft, auf der auch ungeübte Augen erkennen, ob es 4 oder 5; 7 oder 8 Uhr ist. Die neue sieht ihr garnicht mal so unähnlich. Auch schwarz, auch Quartz, aber mit Ziffern und silbernen Zeigern und, meiner Meinung nach, unerträglich laut.
Bei jedem Blick auf "das neue Ding" zucke ich innerlich leicht zusammen; jedes "tick" verärgert mich. Jetzt schon sehe ich mich in einer Nachtundnebelaktion in einem schwarzen Rolli und Hose und rutschfesten(!) Socken auf einen Stuhl klettern um sie mysteriöserweise verschwinden zu lassen. Vielleicht im Fluss versenken oder so.
Wir haben eine neue Uhr. Ich mag sie nicht.
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