27 mai 2006
...und ich male uns beide als Umriss aus Kreide
War das die Sache wert?
Dass du mich so verletzt?
Hast du mir doch zu Lieben gelehrt-
Und mich auf Wolke sieben versetzt
Das ist dir jetzt egal?!
Bin vor Tränen aufgelöst
Nurnoch zweite Wahl
Voll und ganz entblößt
Für dich hätt ich ein Einhorn gesucht
Und auch das Paradies gefunden
Hätt sogar den Gott verflucht
Für nur eine deiner Stunden
Dieses Gedicht habe ich vor fast anderthalb Jahren geschrieben, in einer Phase, in der ich jeden Tag vierfünfsechs Seiten schreiben konnte und noch vor Kreativität übergesprudelt bin. Diese Phase dauerte etwa eine Woche... zurück bleibt ein Block, gefüllt mit in Worte gefassten Emotionen und einem starken Teil meiner Persönlichkeit. Jedes Mal, wenn ich ihn durchblättre, ist es, als würde ich ein altes, zurückgelassenes Ich treffen, das ich freudig in die Arme nehme, um es beruhigt weiter ruhen zu lassen.
Ich denke so oft daran zurück und lese meine Lieblingswerke, sehe meine Hände vor mir, die so schnell mit dem Bleistift über das karierte Papier glitten und weiß noch ganz genau, wie ich bei jedem der Gedichte dasaß, was ich anhatte, was ich fühlte, wer ich war.
Und dass ich es nicht mehr bin. Die Hand, vor Jahren in Ton gedrückt um einen Abdruck zu hinterlassen... du läufst vorbei und legst deine Hand auf den Abdruck von damals. Und es passt nicht. Dieselbe Hand, aber gewachsen und gestärkt.
Du erkennst mich nicht wieder
Allein.
Mein Gesicht sei noch gleich, doch du weißt nicht, ob das reicht, um nicht alleine zu sein.
All-ein. Alles eins.
Danke.
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